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Hypnotika> Indikationen
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| Substanz | Typ | Halbwertzeit (Stunden) | Absorption | Typische Dosis (mg) |
Aktiver Metabolit |
| Zolpidem (Bikalm®, Stilnox®) | Imidazopyridin | 1,5 - 4 | schnell | 2.5 - 10 | nein |
| Triazolam (Halcion®) | Benzodiazepin | 2 -5 | schnell | 0,125 - 0,25 | nein |
| Brotizolam (Lendormin®) | Benzodiazepin | 4-7 | mittel | 0,25 | ja |
| Zopiclon (Ximovan®) | Cyclopyrrolon | 5 -6 | schnell | 3,75 - 7,5 | ja |
| Temazepam (Remestan®) | Benzodiazepin | 8 - 12 | mittel | 7,5 - 30 | nein |
| Oxazepam (Adumbran®) | Benzodiazepin | 5 - 15 | mittel | 10 - 30 | nein |
| Lormetazepam (Noctamid®) |
Benzodiazepin | 8-16 | schnell | 0,5-1 | nein |
| Lorazepam (Tavor®) | Benzodiazepin | 10 - 22 | schnell | 0,5 - 2 | nein |
| Flunitrazepam (Rohypnol®) | Benzodiazepin | 10-30 | schnell | 0,5-2 | ja |
| Alprazolam (Tafil®) | Benzodiazepin | 12 - 20 | schnell | 0,25 - 1 | ja |
| Clobazam (Frisium®) | Benzodiazepin | 12-60 | mittel | 5-30 | ja, doppelte HWZ |
| Bromazepam (Lexotanil®) | Benzodiazepin | 15-30 | schnell | 0,25 | ja |
| Nitrazepam (Mogadan®) | Benzodiazepin | 20-48 | mittel | 5-10 | nein |
| Diazepam (Valium®) | Benzodiazepin | 20 - 50 | schnell | 2,5 - 10 | ja |
| Clonazepam (Rivotril®) |
Benzodiazepin | 30-40 | mittel | 5-30 | nein |
| Flurazepam (Dalmadorm®) | Benzodiazepin | 50 - 200 | schnell | 15 - 30 | ja |
Viele der genannten Substanzen sind unter mehreren Handelsnamen erhältlich. Wir haben uns hier auf die gebräuchlichsten beschränkt.
Chloralhydrat
Chloralhydrat wurde von den Benzodiazepinen in den
vergangenen 20 Jahren fast vollständig verdrängt. Es hat eine
lange HWZ (über 4 Tage, hohe Proteinbindung), ein enges therapeutisches
Fenster, ist kontraindiziert bei Herzrhythmusstörungen, Magen-, Darm-,
Herz-, Leber-, Nierenerkrankungen und hat ein bedeutsames Missbrauchspotential.
Es ist heute ein Reserve-Hypnotikum und wird allenfalls bei Benzodiazepin-Unverträglichkeit
eingesetzt.
Antihistaminika
Antihistaminika wie Diphenhydramin-HCl gelten heute als verzichtbar. Gelegentlich
wird auf Antihistaminika mit sedativer Komponente (wie Dimentiden, Fenistil®)
in niedriger Dosis zurückgegriffen, um eine leichte Schlafinduktion
bei Kindern zu erreichen.
Sedierende Psychopharmaka
Antidepressiva mit sedierender Komponente wie Trimipramin, Doxepin,
Amitriptylinoxid können als Alternative zu Benzodiazepinen eingesetzt
werden. Empfohlen werden sie vor allem, wenn der Schlafstörung eine
depressive Erkrankung zugrundeliegt. Da sie ein sehr geringes Abhängigkeitspotential
besitzen, können sie aber in sehr niedriger Dosierung bei entsprechender
Suchtgefährdung des Patienten auch als Hypnotikum verordnet werden.
Sedierende Neuroleptika (Promethazin, Chlorprothixen, Levomepromazin)
sind vor allem bei Schlafstörungen im Rahmen von Manien und schizophrenen
Psychosen indiziert. Melperon kann bei geriatrischen Patienten schlafinduzierend
wirken. Da dieses Medikament aber irreversible extrapyramidale Störungen
hervorrufen kann, sollte es keinesfalls als Routine-Hypnotikum eingesetzt
werden.
Clomethiazol
Wenn ältere, zu Verwirrtheit neigende und motorisch unruhige Patienten
auf Benzodiazepine und Neuroleptika nicht reagieren, kann - nach internistischer
Abklärung - auch Clomethiazol (Distraneurin®) indiziert und hilfreich
sein.
Pflanzliche Schlafmittel
Für leichte Schlafstörungen und bei Patienten, bei denen die
Arzneimittel-Interaktionen und Nebenwirkungen der o.g. Hypnotika vermieden
werden sollen, ist ein Versuch mit pflanzlichen Hypnotika und Anxiolytika
sinnvoll. Bis auf Kava und Baldrian liegen für diese Phytotherapeutika
keine Wirksamkeitsstudien vor. Im Hinblick auf die völlig fehlende
Toxizität ist bei leichteren Schlafstörungen jedoch der Einsatz
zu erwägen.
Phytotherapeutika mit sedativer bzw. schlafverbessernder Wirkung sind:
Baldrian
Kava-Kava
Johanniskraut
Suanzaorentang
Melisse
Hopfen
Passionsblume
Lavendel
Lerchensporn
Kalifornischer Goldmohn
Rauwolfiawurzel
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Intoxikationen
Benzodiazepine sind bei sachgemässem Gebrauch Medikamente mit einer
geringen Nebenwirkungsrate (1-2%). Bedrohliche Nebenwirkungen sind allenfalls
in Kombination mit anderen Substanzen möglich (z.B. Clozapin). Doch
werden BZ häufig in suizidaler Absicht überdosiert. Typische
Symptome für eine Intoxikation sind neben der starken Benommenheit
bzw. Nicht-Erweckbarkeit:
Muskelrelaxierung
Blutdruckabfall
Atemdepression
Senkung des intrakraniellen
Drucks.
Antidot ist Flumazenil (Anexate), ein Benzodiazepin-Antagonist, der die zentralen Wirkungen der BZ kompetitiv aufhebt. Die Therapie wird ex juvantibus begonnen mit einer i.v.-Initialdosis von 0,2 mg innerhalb von 15 Sekunden. Falls innerhalb einer Minute das Bewusstsein nicht wieder hergestellt ist, erneute Gabe von 0,1 mg. Im Minutenabstand wiederholen bis zu einer Gesamtdosis von 1 mg. Höher als 1mg sollte mit Rücksicht auf die Nebenwirkungen nicht dosiert werden. Wenn die Bewusstseinstrübung dann noch anhält, sollte an eine Mischintoxikation gedacht werden, weil Flumazenil die Wirkung anderer zentral dämpfender Substanzen nicht antagonisiert.
Flumazenil sollte
nur unter intensivmedizinischer Überwachung verabreicht werden, weil
es zu Übelkeit und Erbrechen, Angstgefühlen, Entzugssymptomatik,
Blutdrucksteigerungen und Wiederanstieg des durch BZ gesunkenen intrakraniellen
Drucks kommen kann.
Flumazenil wird auch als Aufwachhilfe nach Operationen eingesetzt. Der
Anästhesist sollte mit der Gabe unbedingt warten, bis die Wirkung
des Muskelrelaxans abgeklungen ist, weil die Wahrnehmung der eigenen Bewegungslosigkeit
die Patienten traumatisieren kann.
(SUK)
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Schäfchen
zählen ist leider etwas unmodern geworden. Dieses springende
Schaf von der Homepage der amerikanischen Gesellschaft für
Schlafmedizin erinnert daran, dass es gegen Schlaflosigkeit bewährte,
nebenwirkungsfreie Methoden ohne jedes Abhängigkeitspotential
gibt.
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Quellen:
[1] Homepage der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin http://www.dgsm.de
[2] Homepage des Ambulanten Schlafmedizinischen Zentrums Osnabrück
http://www.schlafmedizin.de
[3] Homepage der School of Sleep Medicine, Inc., Palo Alto, California
http://www.sleepnet.com und sleepedu.net
.
[3] Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (Hrsg,), Arzneiverordnungen.
Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 2000.
[4] Berthold, Hl, Klinikleitfaden Arzneimitteltherapie, Urban & Fischer,
München, Jena, 1999.
[5] Braun, J., A. Dormann, Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban &
Fischer, München Jena, 1999.
[6] Forth, W., D. Henschler, W. Rummel, Allgemeine und spezielle Pharmakologie
und Toxikologie, Urban & Fischer, München, 1996.
[6] Hajak, G., A. Rodenbeck, Kompendium Schlafmedizin, ecomed, Landsberg,
1998.
[7] Müller-Oerlinghausen et al, Handbuch der unerwünschten Arzneimittelwirkungen,
Urban & Fischer, München, Jena, 1999.
[7]Wolf, Weihrauch,
Internistische Therapie 2000.2001, Urban & Fischer, München Jena,
2000.