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Paclitaxel

Was ist Paclitaxel?
Wie wirkt Paclitaxel?
Klinische Ergebnisse
Ein Wort zu Cremophor™
 

3-d-Modell, Uni Greifswald

Was ist Paclitaxel?

Paclitaxel ist ein Naturstoff, der aus der Rinde der pazifischen Eibe isoliert wurde. Im Reagenzglas zeigte dieser Stoff eine deutliche Wirksamkeit gegen verschiedene Tumoren, so dass er gründlich untersucht und schliesslich auch bei Krebspatienten eingesetzt wurde. Lange Zeit mussten zur Gewinnung dieses hochwirksamen Zytostatikums Eiben gefällt werden, was den Baumbestand bedrohte. Heute wird Paclitaxel entweder halbsynthetisch oder weiterhin aus Biomasse hergestellt; zu deren Gewinnung sind vor allem in den USA und Asien riesige Eibenplantagen angelegt worden.

Wie wirkt Paclitaxel?

Paclitaxel und andere verwandte Taxane haben einen Wirkmechanismus, der sich von herkömmlichen Zytostatika unterscheidet. Dadurch können diese Medikamente auch dann erfolgreich eingesetzt werden, wenn andere Arzneimittel versagt haben.

Wenn die Zelle sich teilt, ordnen sich die Mikrotubuli, das Protein-haltige "Zellskelett", strahlenförmig von den beiden Zellpolen her an. Sie ziehen später, wenn sich die Chromosomen am "Äquator" der Zelle verdoppelt haben, die identischen Chromosomensätze auseinander, so dass sich zwei neue Zellkerne bilden können. Paclitaxel stimuliert den Aufbau der Mikrotubuli, macht sie aber dann funktionsunfähig. Dadurch wird die Zellteilung gestoppt. Die Zelle verharrt in dieser Teilungsphase und geht letztlich zugrunde. Paclitaxel wirkt damit auf alle sich teilenden Zellen und auf alle schnell wachsenden Gewebe. Dies erklärt neben der guten Wirkung auf bösartige Tumoren auch die unerwünschten Wirkungen auf Knochenmark, Haut und Schleimhäute.                                       zurück zum Seitenanfang

Klinische Ergebnisse

In vitro wurde die Wirksamkeit von Paclitaxel gegen eine Vielzahl von Malignomen erwiesen. Im klinischen Einsatz hat sich das Medikament besonders bei Ovarial- und Mammakarzinom bewährt, vor allem bei metastasierenden Erkrankungen, wenn andere Medikamente bereits versagen. Eine Kombination mit Cisplatin kann sinnvoll sein, wobei dann die Häufigkeit und Schwere von Nebenwirkungen zunehmen kann (siehe auch Fachinformation Anzatax™).

Auch beim kleinzelligen Lungenkarzinom und beim Kaposi-Sarkom wird Paclitaxel mit Erfolg eingesetzt.

In Studien wird derzeit die Wirksamkeit von Paclitaxel bei frühen Mamma-, Ovarial- und Lungenkarzinomen erprobt, ebenso die Behandlung von Patienten mit Lymphomen, Magen-und Gallenblasenkarzinomen und von Malignomen im Kopf- und Halsbereich. Auch die Kombination mit anderen Zytostatika wird derzeit evaluiert.                                             zurück zum Seitenanfang

Ein Wort zu Cremophor™

Cremophor ist ein Lösungsvermittler, der zusammen mit Alkohol dem in Wasser schwer löslichen Paclitaxdel beigefügt wird. Dieses System benötigt ein saures Milieu, um die Stabilität des Paclitaxel in Lösung sicherzustellen. So ein saures Milieu kann entweder durch Behandlung des Cremophor mit sauer reagierenden Chemikalien oder aber durch Zugabe von organischen Säuren geschaffen werden. Beide Verfahren sind patentgeschützt und dienen ausschliesslich zur Sicherstellung der erwünschten Stabilität bei Raumtemperatur (2 Jahre).

Quellen:
[1] National Cancer Institut (USA)   http://oncolink.upenn.edu/pdq_html/6/engl/600715.html
[2] AWMF - Leitlinien                    http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/onko-035.htm
[3] Krebsinformationsdienst des DKFZ     http://www.krebsinformation.de/body_taxane.html
[4] Klinische Pharmakologie der Universität Bonn         http://www.pharma.uni-bonn.de/pharma/klinphar/akj-res.htm

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